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Ministerium für Arbeit und Soziales im Dialog mit Delegation aus Barcelona PDF Drucken E-Mail

"Wie wirken Mütterzentren auf Land und Kommunen?“

Ende Oktober 2008 hatte das Mütterforum Baden-Württemberg Besuch aus Katalonien. Drei Frauen aus Barcelona, die sich politisch mit Fragen der Chancengleichheit von Frauen befassen und die kommunale Verwaltung der Provinz gleichen Namens bei der Umsetzung beraten, kamen zu einem Informationsbesuch nach Stuttgart.

Was Mütterzentren sind, wie diese von Familien selbst organisiert werden und welchen Wert sie für Eltern, insbesondere für Mütter bei ihrer Erziehungsaufgabe haben, erfuhren die Spanierinnen vom 15. bis 19. September 2008 auf der GWIA, der Grassroots Women’s International Academy in Barcelona. Das Mütterforum Baden-Württemberg als ein teilnehmender Verband dieser Konferenz hatte in Fachvorträgen über die Philosophie, die Arbeitsweisen und Vernetzungsstrukturen referiert. Der Verband der Mütterzentren, Familienzentren und Mehrgenerationenhäuser steht seitdem in engem Kontakt mit dem für Gender-Fragen zuständigen Büro in Barcelona. Die gute Beziehung konnte sich auf Basis der GRUNDTVIG-Lernpartnerschaften, einem von der Europäischen Union geförderten Programm, entwickeln.

Die spanische Delegation wollte in Baden-Württemberg die praktische Arbeit der Mütterzentren kennen lernen.

Das Mütterforum organisierte Besuche zu den Mütter- und Familienzentren in Stuttgart-West, Esslingen und Freudenstadt. Deren individuelle Wirkungsweise sowie ihre Förderung und Anerkennung auf kommunaler Ebene und auf Landesebene, standen auf dem 3-Tage-Programm.

Die Spanierinnen reisten mit konkreten Fragen nach Stuttgart: „Welche Wirkung haben Mütterzentren in der und auf die Kommune?“ und „Wie setzt die Stadt das Thema Gender Mainstreaming in der Kommune um?“ „Wie tragen Mütterzentren zum Empowerment von Frauen bei?“

Antworten auf diese Fragen gab Dr. Ursula Matschke, Leiterin der Stabsstelle für individuelle Chancengleichheit der Landeshauptstadt Stuttgart. Zum Auftakt am 28. Oktober 2008 erläuterte sie dem Besuch aus der katalanischen Wirtschafts- und Kulturmetropole die Umsetzung der städtischen Genderpolitik.

Am 29. Oktober 2008 wurde die Delegation im Ministerium für Arbeit und Soziales von Ministerialdirektor Thomas Halder in Vertretung von Ministerin Dr. Monika Stolz MdL empfangen. Vertreterinnen des Ministeriums für Arbeit und Soziales informierten über das Kompetenzzentrum Beruf&Familie Baden-Württemberg, die Bedeutung der Mütterzentrumsbewegung und die Förderung durch das Land. Sie erläuterten die Kooperation der Mütterzentren im Rahmen des Landesprogramms STÄRKE und informierten über die Maßnahmen des Landes gegen häusliche Gewalt und Gewalt gegen Kinder.

In den Mehrgenerationenhäusern in Stuttgart-West und Freudenstadt sowie im Mütterzentrum in Esslingen spannte sich der Themenbogen unter anderem von „Familien entlastenden Dienstleistungen in Mütterzentren“ über „Partnerschaften mit der Wirtschaft“ bis zur „gesellschaftspolitischen Einflussnahme von Mütter- und Familienzentren“. In Freudenstadt empfing Oberbürgermeister Julian Osswald die Gäste im Rathaus, in Esslingen präsentierte die langjährige Frauenbeauftragte Beate Latendorf, ihr funktionierendes Netzwerk für Chancengleichheit in der Neckarstadt.

Organisiert wurden der Empfang im Stuttgarter Rathaus, der Besuch im Ministerium für Arbeit und Soziales sowie die Besuche in den Mütter- und Familienzentren vom Mütterforum Baden-Württemberg.

Es wäre als großer Erfolg der internationalen Netzwerkarbeit des Mütterforums zu werten, wenn in der Provinz Barcelona nach diesem Austauschbesuch kommunal geförderte Mütterzentren entstünden. Der Bedarf ist vorhanden. Das hat das Mütterforum vom 15. bis 19. September in Barcelona anlässlich der GWIA, einer internationalen Mütterzentrumskonferenz, im Gespräch mit Müttern aus der Hauptstadt Kataloniens erfahren.