| Baden-Württemberg will Kompetenz von Eltern stärken |
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Mütterforum als Bildungsträger im Landesprogramm STÄRKE dabei Vor dem Hintergrund der Neukonzeption des Landeserziehungsgeldes hat der Ministerrat in Baden-Württemberg ein Programm zur Stärkung der Elternkompetenz beschlossen. Für das zunächst auf fünf Jahre angelegte Programm werden in 2008 1,5 Millionen Euro und ab 2009 jährlich 4 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das Mütterforum begrüßt den Beschluss der Landesregierung, die durch die Reformierung des Landeserziehungsgeldes frei werdenden Mittel Familien mit kleinen Kindern zugute kommen zu lassen und sie für die Elternbildung einzusetzen. Das Mütterforum war in den Prozess involviert, eine Rahmenvereinbarung und eine Verwaltungsvorschrift auszuarbeiten, mit der sich das Programm STÄRKE umsetzen lässt. Mit dem Programm STÄRKE will das Land erprobte, aber auch neue Angebote der Familienbildung in die Fläche tragen, heißt es in der Rahmenvereinbarung. Mit dem Wunsch nach neuen Angeboten seitens des Landes wurde das Mütterforum mit seinem Konzept der informellen Familienbildung, bei der Eltern von- und miteinander lernen, ein interessanter Diskussionspartner. STÄRKE soll allen Eltern und insbesondere auch solchen, die in der Regel keinen Zugang zu Elternbildungsmaßnahmen haben, den Weg dazu eben. Niedrigschwellige Zugänge sind gefragt. Weil diese charakteristisch sind für Mütterzentren, haben Mütterzentren in der Familienbildung einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb gegenüber den etablierten Bildungsträgern mit in der Regel kurzlebigen Kursangeboten. Im Gegensatz dazu ist in Mütterzentren das Bildungsangebot immer auch ein Beziehungsangebot. So formuliert es das Mütterforum in seinem Positionspapier. Eltern, die den Weg in ein Mütterzentrum gefunden haben, kommen in der Regel immer wieder. Auch wenn ein Kurs, ein Vortrag, eine Beratung zu Ende ist. „STÄRKE vertieft die Zusammenarbeit der Bildungseinrichtungen mit anderen professionellen Diensten und Angehörigen freier Berufe, die für die Gesundheit der Familien Sorge tragen, Kinder betreuen, erziehen und bilden sowie vor Missbrauch und Gewalt schützen“, steht in der Rahmenvereinbarung als ein Ziel des Familienbildungsprogramms. Dieses Ziel wird das Mütterforum nutzen, um sich seine Anerkennung als Partner in der Familienbildung zu sichern und seinerseits auch bedarfsgerechte Kooperationen einzugehen. Es wird zum einen seine Angebote im Bereich der Elternbildungsgutscheine machen. Diese Elterbildungsgutscheine im Wert von € 40 erhalten alle Eltern zur Geburt ihres Kindes von der Landesregierung. Ab September 2008. Eltern können diese Gutscheine für Grundkurse beziehungsweise Vorträge zu den Themen Ernährung, Bewegung, Entwicklungsgrundlagen und – förderung sowie spezielle Herausforderungen der frühen Familienphase bei einem Bildungsträger ihrer Wahl einlösen. „Vater sein, Mutter sein“ und „Kommunikation in der Familie“ sind solche Themen, über die Eltern Klarheit gewinnen sollen. Die zweite Säule des Programms STÄRKE sind die Angebote, die Familien in besonderen Belastungssituationen unterstützen sollen. Von Armut und früher Elternschaft, über Sucht und Krankheit, bis zu Behinderungen und Mehrlingsgeburten reichen die definierten, belastenden Lebensumstände. Mütterzentren werden sich auch in diesem Bereich, soweit wie möglich, einbringen. Das Mütterforum ist seit der Entscheidung zum Programm STÄRKE bei dessen Gestaltung aktiv im Sozialministerium vertreten. Als einer der wenigen innerhalb der Gruppe beteiligter Bildungsträger, Verbände und Verwaltungen hat es seine eigene Positionierung zur Familienbildung eingebracht und sich kritisch mit den Termini der entstehenden Rahmenvereinbarung und Verwaltungsvorschrift auseinandergesetzt. So ist offizieller Tenor der Rahmenvereinbarung, den das Mütterforum erwirkt hat, dass „Elternnetzwerke (wie die Mütterzentren) mit entsprechendem Fachpersonal selbst Kurse anbieten können. Im Übrigen können sie die Gutscheine auch für die Teilnahme mehrerer Eltern an Grundkursen oder Themenkursen in ihren Räumen verwenden“. Aufgrund der kontroversen Diskussion innerhalb der Gruppe derer, die an der Rahmenvereinbarung gearbeitet haben und die ihre Interessen berücksichtigt sehen wollten, wird die Rahmenvereinbarung zunächst nicht festgeschrieben. Sie wird modifizierbar sein, wenn sich bei der geplanten Evaluation Mängel herausstellen, die die Zielsetzung des Programms STÄRKE und dessen Umsetzbarkeit gefährden. Die Zusammenarbeit der verantwortlichen Arbeitsgruppe im Sozialministerium, d.h. auch die Mitarbeit des Mütterforums bleibt erhalten. Damit sollen Einwände gegen die Rahmenvereinbarung jederzeit nach Beginn des Programms im September 2008 formuliert und eingebracht werden können. Dies betrifft unter anderem die vom Mütterforum geforderte Nachhaltigkeit als Merkmal der Qualitätssicherung, die Erweiterung des Kursangebotes um „andere, familienbildende Veranstaltungen wie zum Beispiel der Beratung am Cafétisch sowie die Unterstützung der Eltern von zu früh geborenen Kindern. |



